MSCI erhöht Nachhaltigkeitsranking der Baloise

Baloise Asset Management
20. September 2019
Blogbeitrag
MSCI würdigt Nachhaltigkeitsanstrengungen der Baloise Gruppe und erhöht Nachhaltigkeitsranking

Die Baloise erhält ein höheres Nachhaltigkeitsrating.

Die Baloise Gruppe erhält von MSCI ESG Research ein höheres Nachhaltigkeitsrating. MSCI ESG Research ist der weltweit größte Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen und Ratings im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG).

Wie hat die Baloise dies erreicht?

Marc Dünki: Die Baloise Gruppe setzt sich schon seit Längerem mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. So haben wir schon im Jahr 1995 die vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen formulierte Versicherungserklärung zur nachhaltigen Entwicklung unterzeichnet. Für uns haben nachhaltige Entwicklung und das Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgeschäft wesentliche Gemeinsamkeiten: langfristig ausgerichtetes Handeln und der verantwortliche Umgang mit Risiken und Ressourcen. Wir möchten deshalb neben der langfristigen Sicherung der eigenen Geschäftstätigkeit und der damit verbundenen Beschäftigung unserer Mitarbeitenden die gesellschaftliche Transformation als Corporate Citizen (Unternehmensbürger) aktiv mitgestalten.

Die Erhöhung des MSCI-Ratings ist stark getrieben durch die Anstrengungen, Nachhaltigkeitskriterien in den Anlageprozess zu integrieren. Zwar haben wir bereits in der Vergangenheit Nachhaltigkeitsüberlegungen in die Kapitalanlagen einfliessen lassen, aber dies war eher unsystematisch und wurde nicht ausreichend kommuniziert. Dies haben wir nun geändert.

Beispielsweise haben wir nie darüber berichtet, dass unser systematischer, regelbasierter Ansatz für Aktien Schweiz und Europa – welcher bei der Titelselektion den Fokus auf Unternehmungen mit einer überdurchschnittlichen Bilanzqualität legt, um einen nachhaltigen Dividendenertrag sicher zu stellen – einen um ca. 20% tieferen CO2-Fussabdruck hat als das investierbare Universum.

Grafik mit der Angabe der CO2 Einsparungen in Tonnen. Aktien Schiwez zeigt eine Einsparung von -30%, Aktien Europa von -21% und das Obligationenportfolio von -23%.

Daten per 31.12.2018

Wie passt das Thema Nachhaltigkeit zur Baloise, bzw. warum werden Nachhaltigkeits-überlegungen bei den Kapitalanlagen integriert?

Marc Dünki: Risiken aus Umwelt, Gesellschaft und Geschäftsführung (ESG) sind langfristig. Daher bedürfen sie einer ganzheitlichen Betrachtung. Die Integration dieser Risiken bei der Kapitalanlage ist komplementär zu unserer bisherigen Arbeitsweise und vollständig im Einklang mit dem Geschäftsmodell der Baloise.

Wir sind davon überzeugt, dass die Integration von ESG-Kriterien in unseren Anlageprozess sich positiv auf das Rendite-Risiko-Profil auswirkt und das Downside-Risiko in unseren Anlagen reduziert. Insofern verstehen wir diese Integration als zusätzliches Risikomanagementinstrument neben den traditionellen Risikomanagementinstrumenten wie beispielsweise Kreditanalysen oder Vermeidung von Konzentrationsrisiken. Statistisch gesehen sind Unternehmen mit einer guten Unternehmensführung weniger anfällig für z.B. Reputations- oder Rechtsrisiken. Indem wir diese Faktoren bei unseren Anlageentscheidungen berücksichtigen, reduzieren wir langfristig mögliche negative Effekte. Unsere Kunden und Aktionäre profitieren dadurch von einer positiven Ausgangslage im Hinblick auf eine stabilere finanzielle Leistung.

Ganz spezifisch sind Klimarisiken zu nennen. Auswirkungen wie die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen mitsamt deren Schäden sind essentiell für das Geschäftsmodell der Baloise. Es liegt in unserem Interesse, Umweltrisiken möglichst gering zu halten und gleichzeitig positiven Auswirkungen auf die Umwelt beizutragen, um sie langfristig für uns alle zu erhalten.

Was versteht die Baloise unter nachhaltigem Investieren, und was wird konkret unternommen?

Agnes Neher: Unser Verständnis von verantwortungsbewusstem Investieren ist die Einbindung von Faktoren aus Umwelt, sozialer Verantwortung und Unternehmensführung (ESG-Faktoren) in unsere Anlageentscheidungen. Zu Beginn des Jahres haben wir unsere Responsible  Investment (RI) Policy für Neuinvestitionen bei den Versicherungsgeldern verabschiedet. Hier ist es wichtig hervorzuheben, dass auch unser bisheriger Bestand an Versicherungsgeldern bereits die RI-Policy erfüllt. Ab dem 1. Januar 2020 wird die RI-Policy auch für alle Produkte für Drittkunden gelten, welche das Baloise Asset Management selbst verwaltet.

Unser Responsible Investment-Ansatz beruht auf drei strategischen Pfeilern:
1. ESG-Integration: Wir glauben daran, dass die Integration von ESG-Faktoren wirtschaftlich sinnvoll ist und das Rendite-Risiko-Profil langfristig positiv beeinflusst. Im Rahmen unserer RI-Richtlinien sind Investitionen in Titel, welche ein ESG-Rating tiefer als B (gemäss den Daten von MSCI) aufweisen, nicht Teil unseres Anlageuniversums.
2. Ausschluss: Wir möchten kontroverse Risiken vermeiden. Zudem sind wir uns bewusst, dass bestimmte Investitionen nicht mit einer verantwortungsbewussten Anlagepolitik vereinbar sind und daher einer besonderen Beurteilung bedürfen.
Baloise Asset Management wendet daher seit Jahren Ausschlusskriterien an. Insbesondere folgen wir u.a. den Empfehlungen des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK-ASIR). Diese beinhaltet Unternehmen aus dem Rüstungssektor, welche im Bereich der Streumunition, Anti-Personenminen oder Nuklearwaffen tätig sind. Darüber hinaus werden keine Investitionen in Unternehmen getätigt, die über 30% ihrer Einnahmen aus Kohle erzielen.
3. Ausübung der Stimmrechte: Wir nehmen unsere Verantwortung als Aktionär wahr und üben unsere Stimmrechte bei Schweizer Aktien aus. Dabei beachten wir allgemeine Grundsätze guter und ethisch korrekter Unternehmensführung.
Wir sind bestrebt, unser Engagement gegenüber unseren Kunden, Aktionären und Mitarbeitenden zu stärken. Deshalb haben wir die Principles for Responsible Investment (PRI) 2018 unterzeichnet, und sind seit diesem Jahr Mitglied bei Swiss Sustainable Finance (SSF).

Sie sprachen von einer Ausweitung der RI-Policy auf Produkte für Drittkunden. Was bedeutet das genau?

Agnes Neher: In Zukunft werden wir unsere drei strategischen Pfeiler auf unsere Produkte für Drittkunden anwenden. Um dabei eine hohe Transparenz gegenüber unseren Kunden gewährleisten zu können, kategorisieren wir unsere Produktpallette in „Pure Responsible“ und „Classic Responsible“. Pure Responsible bedeutet, dass die Anwendung unserer RI-Policy für 100% der angelegten Gelder gewährleisten ist. Im Gegensatz dazu bedeutet Classic Responsible, dass wir zwar für alle von uns verwalteten Produkte innerhalb eines Fonds die Umsetzung der RI-Policy 100% gewährleisten können, aber nicht für Drittprodukte, passive Produkte und White Label Fonds. Auf unserer neu gestalteten Webseite finden Sie eine Übersicht unserer Produkte.
Die Kundinnen und Kunden erhalten durch die Ausweitung der Responsible Investment Policy den Vorteil einer nachhaltigen Anlagestrategie. Die Umstellung umfasst Produkte mit einem Volumen von 6,4 Mrd. CHF (per 30.06.2019).

Wie geht es weiter?

Agnes Neher: Wir möchten auch in Zukunft das Tempo und die Anstrengungen bei der fortlaufenden Entwicklung unserer nachhaltigen Investitionsstrategie beibehalten. Wir prüfen beispielsweise die Erweiterung unserer bereits bestehenden Ausschlussliste oder arbeiten an der Umsetzung einer Strategie im Bereich der Aktiven Eigentümerschaft. Als Schweizer Akteur, welcher auch Niederlassungen im europäischen Ausland hat, beobachten wir sehr genau die regulatorischen Entwicklungen in der EU, um darauf optimal vorbereitet zu sein.

Über Marc Dünki

marc-duenki

Seit Juli 2017 als Leiter Asset Strategy & Investment Controlling Teil des Leitungsteams im Unternehmensbereich Asset Management von Baloise. Er begann seine Karriere im Risiko Management mit Fokus auf Solvenzmodelle und übte danach verschiedenen Positionen im Asset Management der Baloise aus.

Über Agnes Neher

Porträt Agnes Neher

Seit Juli 2019 Senior Responsible Investment Manager im Unternehmensbereich Asset Management von Baloise. Die promovierte Ökonomin war mehrere Jahre als Corporate Sustainability Manager und Sustainable Investment Analyst in einer Schweizer Privatbank tätig.