Digitale Schweiz: erstaunliche Fakten

Baloise Asset Management
9. September 2020
Schon gewusst?
Made in Switzerland: World Wide Web

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Mehr als 90 Prozent aller Schweizer Haushalte verfügen über einen Internetanschluss. Heute von Milliarden Menschen weltweit genutzt, hat es seinen Ursprung in der Schweiz – das World Wide Web (WWW). Der britische Informatiker Tim Berners-Lee arbeitete in den 1980er-Jahren am CERN, nahe Genf, als er sich daran störte, dass er seine Ergebnisse und Daten nur lokal auf seinem Computer speichern konnte. Berners-Lee hatte grössere Ambitionen: Er wollte einen automatisierten Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern an Universitäten und Institutionen in aller Welt. Im Jahr 1989 entwickelte er die Programmiersprache Hypertext Transfer Protocol, heute als „http“ bekannt. Damit machte er das World Wide Web zu einem weltumspannenden Netzwerk. Am 20. Dezember 1990 ging am CERN die wohl erste Website der Welt online. Sie ist widmet sich, wie sollte es anders sein, dem Thema WWW – und ist bis heute abrufbar. Rund drei Jahre später machte das CERN das World Wide Web öffentlich zugänglich. Heute sind in Genf mehr als 20 internationale Organisationen mit der Lenkung und Verwaltung des Internets beschäftigt.

Digitaler Spitzenreiter

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In Sachen digitaler Wettbewerbsfähigkeit haben die Schweizer die Nase vorn: Im internationalen Vergleich mit insgesamt 62 Ländern sichert sich die Schweiz einen Platz in den Top 5. Bereits in 2018 konnte die Schweiz den fünften Rang belegen. Das ergab eine Vergleichsstudie (2019) der Wirtschaftshochschule IMD in Lausanne. Das Ranking untersucht die Fähigkeit und Bereitschaft der einzelnen Länder, digitale Technologien für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft einzusetzen und weiterzuentwickeln. Dabei punktet die Schweiz vor allem bei der Wissensvermittlung (Stichwort Hochschullandschaft) und verfügt über einen starken Talentpool, so die Studie weiter. Auch das Crypto Valley im Kanton Zug gilt als Vorzeigemodell für digitale Themen und Innovationskraft.

Auch für Schweizer Unternehmen wird das Thema Digitalisierung immer wichtiger. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY spielen digitale Technologien bei 73 Prozent der Unternehmen für das eigene Geschäftsmodell eine mittelgrosse bis sehr grosse Rolle. 2018 gaben dies nur 66 Prozent der Firmen an, und vor drei Jahren sogar nur 45 Prozent. Tendenz steigend: Zwei von fünf Unternehmen in der Schweiz rechnen damit, dass die Bedeutung digitaler Technologien mittelfristig deutlich steigen wird.

Fintechs digitalisieren die Finanzdienstleistungsbranche

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Von der Krypto-Bank mit Schweizer Banklizenz über neue Sicherheitslösungen für das Banking bis hin zu virtuellen Geldautomaten – Auch die Digitalisierung der Finanzdienstleistungsbranche in der Schweiz wird kräftig vorangetrieben. Ganz vorn dabei: Fintechs. Der Begriff setzt sich aus „Finanzdienstleistungen“ und „Technologie“ zusammen und bezeichnet überwiegend Startups, die Technologie nutzen, um neue Finanzinstrumente oder -dienstleistungen anzubieten. Derzeit gibt es mehr als 360 sogenannte Fintechs in der Schweiz (Stand Januar 2020). Die meisten beschäftigen sich mit der Digitalisierung von Prozessen, Automatisierung und Robotics (154 Fintechs). Platz zwei (131) belegen Geschäftsmodelle rund um die Distributed Ledger Technology (DLT), zu der auch die Blockchain gehört, gefolgt von Investment-Management.